Herz auf Bauch

Brief an eine werdende Mama

Liebe werdende Mama,

nun ist es also soweit- du bist schwanger. Vielleicht hast du dir das schon lange gewünscht, vielleicht war es auch ein Ausrutscher.
Egal wie, du hast dich für dieses Kind entschieden.
Zu diesem Zeitpunkt weißt du noch nicht, was auf dich zukommen wird. Bestimmt hast du dir eine App auf dein Handy geladen die dir zeigt, was in dir gerade passiert. So fühlst du dich dem kleinen Wesen noch ein bisschen näher. Vielleicht hast du dir auch ein Schwangerschaftsbuch gekauft, das dir tägliche oder wöchentliche Einblicke über das Wachstum deines Babys verschafft.
Und dann ist da noch die große Sehnsucht nach dem Gynäkologen, nein, eher nach seinem neusten 3D-Ultraschallgerät. Alle vier Wochen ungefähr, darfst du dein Baby sehen. Zum Anfassen nah. Hat es etwa deine Nase? Und die Lippen deines Mannes? Darüber wird schon jetzt in der ganzen Verwandtschaft diskutiert. Herrlich, wie sie da alle eine halbe Stunde um dieses Ultraschallbild rumstehen. „Das wird ein Wilder, so wie du. Der ballt ja jetzt schon die Fäuste.“ Das ist etwas, woran du dich schonmal gewöhnen kannst. Sie wissen es oft besser, sie kennen dein Kind und seine Eigenschaften und wissen heute schon, was es mal beruflich machen wird. Nimm es mit Humor. Aufregen kostet Nerven, die du später für dein Kind brauchst.

Du wirst so viele Tipps bekommen, dass du darüber Buch führen müsstest, um sie dir alle zu merken. Immer wieder wirst du feststellen, wie sehr sie sich widersprechen. Für manche wirst du dennoch dankbar sein. Vielleicht kann ich zu den dankbaren Tipps beitragen.
Hier sind einige, von denen mein Baby und ich (oder nur eine von uns) wirklich profitieren:

1. Besorge dir eine vernünftige Babytrage (z.B. von Fräulein Hübsch, Limas oder Emeibaby) und/oder ein Tragetuch (für wärmere Tage kann ich dir „das Leichte“ von Hoppediz empfehlen, ansonsten gibt es neben Hoppediz noch viele andere tolle Marken, wie z.B. Didymos, Kokadi, Kindsknopf und viele viele mehr). Schau doch mal auf der Seite www.nestwaerme.li oder www.tragenetzwerk.de vorbei. Aber vorsicht! Diese wundervolle, riesige Auswahl hat Suchtpotenzial! Ich hab von Mamas gelesen, die haben regelmäßig ihr Konto überzogen, um sich noch und noch ein Tuch zu leisten. Kein Witz!
Wenn du dir nicht sicher bist welche Tragehilfe zu dir passt, such dir eine Trageberatung in deiner Nähe. Sie hat eine große Auswahl an Tragen und du kannst alles austesten. Ansonsten finde ich es wichtig, mindestens zwei Tragehilfen im Haus zu haben, da eine auch gerne mal vollgespuckt, oder „vollgekackat“ wird.
Ich mag es auch, zwischen Mei Tai, Ringsling (findest du alles auf den oben genannten Internetseiten) und Tuch zu wechseln. Ist abwechslungsreicher- und meinem Baby ist es wurscht. Hauptsache sie wird getragen. Ja, das liebt sie wirklich.

2.  Sollte dein Baby trotz des Tragens Probleme haben in den Schlaf zu kommen, hab eine Küchenmaschine, oder eine Dunstabzugshaube im Haus. Bestenfalls beides.  Babys scheinen aus dem Mutterleib ähnliche Geräusche zu kennen. Sie wirken beruhigend. Wirklich, ich kann ein Lied davon singen (soll ich mal? 😉 ) . Wie oft bin ich mit meinem weltuntergangsschreienden Baby schon in die Küche gelaufen, hab den Knopf der Küchenmaschine betätigt um dann panisch festzustellen, dass der Stecker gezogen wurde, Stecker wieder rein, Küchenmaschine an, Kind schläft. Jetzt noch zehn Minuten zu diesem unglaublich wundervollen Geräusch auf der Stelle tänzeln und tadaaa… du kannst dich sogar hinsetzen, ohne es aufzuwecken. Es gibt auch eine tolle App mit diesem sogenannten „weißen Rauschen“. Ist in unserem Fall super für unterwegs, da unsere nicht so gerne Auto fährt und auch keinen Schnuller bekommt.
Aber hey, dein Kind könnte auch ganz anders werden. Es soll Kinder geben, die sich überall ablegen lassen und schlafen.

3. Das hast du jetzt bestimmt schon oft gehört: kauf nicht zu viel Kleidung. Sie wachsen so schnell raus. Schau lieber dass du jemanden aus deinem unmittelbaren Umfeld findest, der dir die Kleidung seines größeren Kindes verkauft oder verleiht.
Ich habe Anfangs den Fehler gemacht und die Kleidung von jeder Mama angenommen, die etwas loswerden wollte. Auch das möchte ich dir raten. Sag auch einfach mal „Nein“, wenn du genug hast.

4. Spare für einen schönen Urlaub. Genieß die Elternzeit. Fahr auch mal mit deinem Kind alleine weg, wenn dein Partner arbeiten muss. Lass den Alltag nicht Herr über dich werden. Brich auch mal aus! Denn DAS sind die schönen Momente, an die du dich immer erinnern wirst. Nicht die, in denen du Wäsche gewaschen, oder zum x-ten mal dein Bad geputzt hast.

5. Versuche nicht, perfekt zu sein. Das endet nämlich nur in Frust. Niemand schafft es, gleichzeitig einen super Haushalt zu haben, auf Zucker zu verzichten, den Fernseher auszulassen, jeden Tag frisch zu kochen, blendend auszusehen, Dankeskarten zu basteln, Freundschaften zu pflegen und nebenbei noch dem Kind gerecht zu werden. Und das verlangt auch keiner. Und wenn doch, dann pfeif drauf.

6.  Lass dir nichts erzählen, auch nicht von mir 😉 Hör nur in dich selbst rein. Dann weißt du schon, was du und dein Kind brauchen.

 

Das waren ein paar Tipps an dich, liebe Mama. Ich möchte dich noch um etwas bitten. Du wirst sicherlich mindestens einmal auf eine Mama treffen, die dir gegenüber abwertende Kommentare macht, meint, es besser zu machen. Ja, sowas ist verletzend. Und darum möchte ich dich bitten, nimm es dir nicht zu Herzen, geh DEINEN Weg und bitte, werde selber nicht so.

Denn wir Mütter sollten zusammenhalten , unsere Meinung dann sagen, wenn wir danach gefragt werden und uns gegenseitig in unserem ganzen Tun akzeptieren und respektieren. Damit legen wir den ersten Grundstein eines guten Sozialverhaltens für unsere Kinder.

Ich freue mich so für dich, denn du hast ein wirklich wundervolles Leben vor dir! Eins mit Ecken und Kanten, aber wundervoll.
Genieße es bitte.

Deine Sandra.

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