Friede-Freunde-Pustekuchen?

Ich werde es wohl nie vergessen, dieses erste Mal  „Ich bin schwanger“ aus dem Mund einer meiner besten Freundinnen.
Wir- ihr Mann, sie und ich hingen wie so oft in meiner damaligen Wohnung rum und redeten über ein bevorstehende Party bei mir zu Hause.
“ Ich hab mir überlegt, dass diesmal nirgendwo geraucht werden soll“ , sagte ich stolz, weil vernünftig.
„Das ist gut“, sagte ihr Mann.
„Jo. Ich bin nämlich schwanger“, sagte meine Freundin, während er sein Handy zückte, um mir den abfotografierten Test zu zeigen.
Schwanger. Ich war total perplex. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ich hab auch ehrlich gesagt ne Woche gebraucht, um mich darüber richtig freuen zu können. Da war einerseits das Wissen, dass sich ab jetzt alles verändern würde und andererseits mein eigener großer Kinderwunsch. Ich hatte mir dummerweise von Anfang an in den Kopf gesetzt, dass ich nicht schnell schwanger werden würde und da es bei meinen Freunden nun offensichtlich sofort geklappt hatte, baute sich sofort Druck in mir auf.

Nun ja, das war jedenfalls der Anfang. Der erste „zweite Strich“ auf einem Urintest in meinem Freundeskreis. Der zweite, fünf Monate später, war dann übrigens mein eigener  😉

„Sie sagten: Wenn du Kinder hast, werden einige gehen und andere dazukommen“

So kam es also, dass meine Freundin und ich unsere Clique innerhalb eines Jahres um zwei wundervoller Menschen bereicherten.
Die beiden sind beste Freunde. Beide bekamen im Laufe der Zeit Geschwister. Die Eltern verstehen sich gut, sind erziehungstechnisch meist auf einer Wellenlänge, machen viel zusammen. Alles Friede, Freude, Eierkuchen. Genau wie wir es uns gewünscht haben.
Nun könnte man klassischerweise denken dass wir nur noch aufeinanderhängen, uns über Schübe, Familienbett und Co. austauschen und wir alle anderen Freunde aus unserem Leben verbannt haben oder diese freiwillig gegangen sind.
Ja, ich war froh darüber, andere Eltern in meinem Freundeskreis zu haben. Aber genauso froh war ich, dass meine anderen Freunde und  Freundinnen noch nicht soweit waren, bzw nicht vorhatten ein Kind zu bekommen. Denn: es gab eine größere Themenauswahl, tiefsinnige Gespräche (schon allein weil meine Kinder bei den Treffen oft gar nicht anwesend waren) und einfach das Leben, dass ich auch mal geführt hatte. Denn es ist so: egal wie groß und lang dein Kinderwunsch war, du wirst dein altes Leben ohne Kind trotzdem immer mal wieder vermissen. Und ich habe es wirklich genossen, meinen Freunden bei ihrem kinderlosen Leben zuzusehen (und gerne auch mal schadenfroh deren Morgen nach einer Feier abzuwarten ;-))

„Freunde sind die Menschen, die nicht nach deinem Weg fragen, sondern ihn einfach mit dir gehen“

Ich habe wirklich zu keinem Zeitpunkt meines Lebens gedacht, dass ich mit einem bestimmten Freund oder einer bestimmten Freundin nichts mehr anfangen kann, weil diese/r kein Kind hat. Und ich denke, dass es auch andersrum nicht so war. Zumindest hat mich das nie jemand spüren lassen.

Meiner Meinung nach gibt es vier Gründe warum Freundschaften, in denen beide oder einer von beiden Kinder hat, auseinander gehen:
1. Der/die Freund/in verändert sich zum Negativen in deinen Augen.
2. Du veränderst dich zum Negativen in seinen/ihren Augen.
3. Neid auf das Kind oder eben das kinderlose Leben.
4. Sehr verschiedene Erziehungsmethoden.

Die ersten beiden Gründe können immer passieren. Menschen verändern sich und manchmal ist es besser wenn sich die Wege trennen.

Ich habe das große Glück immernoch die gleichen tollen Freunde wie vor 5 Jahren zu haben- und dafür bin ich unendlich dankbar!
Und ja, es kamen der Kinder wegen welche dazu. Aber ich bin nicht mit jemanden befreundet, weil er oder sie ein Kind hat, das gerne mit meinen Kindern spielt,  sondern weil ich den Menschen toll finde.

„Es heißt Freundschaft, weil man mit Freunden alles schafft“

Einer meiner Freunde wird nächsten Monat heiraten. Auch wenn wir zeitbedingt nicht mehr so viel Kontakt haben wie ich es gern hätte, ist er das beste Beispiel für
„Es heißt Freundschaft, weil man mit Freunden alles schafft“.
Obwohl er schon jahrelang hunderte von Kilometer weit weg wohnt und ich es nie geschafft habe ihn seit seiner Abschiedsfeier zu besuchen, versucht er so oft wie möglich ein Treffen zu organisieren wenn er hier ist, hat immer ein offenes Ohr, interessiert sich für die Kinder, aber auch für alles andere. Er hat mir diesen Blog eingerichtet, was ich niemals alleine hinbekommen hätte. Und – jetzt werde ich hier gerade ganz sentimental – er ist immernoch der Alte.
Lieber Peter, ich bin dir so so dankbar und freue mich sehr auf nächsten Monat!

Ich musste gerade an meine erste Homepage bei Beepworld denken, die ich mir mit zwölf Jahren ganz stolz selbst eingerichtet hatte.
Dort gab es die Seite „Freunde“ , auf der ich zu jeder Freundin ein paar Sätze zum Besten gegeben habe. Da stand dann sowas wie
„Ist sehr nett und lustig und mag gerne süße Boys.“  Dafür möchte ich mich hier und jetzt ganz offiziell bei allen Beteiligten entschuldigen. Sprecht mich an, dann gibt`s ein Eis.

Freunde oder Familie- das hat für mich nie einen Unterschied gemacht. Das einzige was zählt ist, dass wir uns gern haben und uns gegenseitig wichtig sind.

Ja, früher hingen wir zusammen rum, zu dritt, in meiner Wohnung. Heute sind aus den Dreien gleich 9 geworden .
Und wisst ihr was? All das- ich liebe es!

<3  <3  <3

 

 

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