Ist „Muttersein“ ein Wettstreit?

Immer wieder stelle ich mir diese eine Frage;  „Warum ist das so?“
Liegt es an unserer Kultur? An den Medien? An unserer Erziehung? An den Handystrahlungen? Woran??

Was ich meine:

Bastelmütter finden nicht-Bastelmütter faul. Nicht-Bastelmütter finden Bastelmütter überengagiert.
Babykursmütter finden, dass nicht-Babykursmütter ihre Babys langweilen, während nicht-Babykursmütter den Kopf schütteln über die armen überforderten Babys der Babykursmütter.
Mütter, die mindestens zwei Jahre Elternzeit nehmen, haben Mitleid mit den Kindern der Mütter, die schnell wieder in ihren Job einsteigen wollen. Die Armen. Müssen schon in die Krippe. Noch so klein. Da ist die Bindung doch voll im Eimer.
Früh arbeitende Mütter lächeln über das langweilige Leben zwischen Kinderzimmer und Supermarkt, welches die nicht-arbeitenden Mütter von Kleinkindern führen.
Mischkost-Mütter möchten Veggie-Mütter gerne anzeigen, weil sie ihre Kinder an den Folgen einer Mangelernährung höchstwahrscheinlich töten werden, während Veggie-Mütter für jedes Stück Fleisch, dass die Mischkost-Mütter ihren Kleinen in den Mund schieben, „schämt euch“ an deren Hauswand sprayen wollen.

Versteht ihr, was ich meine? Selbstverständlich habe ich völlig übertrieben. Aber es geht ums Prinzip. Um`s Motz-Prinzip.
Es läuft auch nicht nur unter Müttern so ab und ja- ich ertappe mich selbst auch dabei, wie ich manchmal ähnlich denke oder rede.
Ich bin eine von ihnen. Wir sind viele. Und das macht es nicht besser.

Also, warum ist das so? Die meisten von uns wünschen sich doch sehnlichst eine tolerantere Welt, in der jeder so denken, fühlen, lieben und glauben kann, wie er oder sie möchte. Mit der einzigen Vorgabe, dass niemand dabei verletzt wird.
Sollten wir da nicht auch mal unser eigenes Handeln und Denken hinterfragen? Ich finde, ja, denn übereinander herziehen IST verletzend.

Letztendlich tun wir es doch in Gesellschaft nur, um ein Gesprächsthema zu haben, welches wir selber aber in dieser Form nicht sein wollen.
Wir wollen andere auf unsere Seite ziehen. Uns eine kopfschüttelnde Armee erschaffen.
Und dann klingt es ungefähr so:
„Das hat sie  nun davon, dass sie ihr Kind seit drei Jahren im Elternbett schlafen lässt. Total unselbstständig dieses Kind.“
“ Guck, da ist sie! Die, die ihre Tochter nur in chemisch belastete Sachen steckt. Boah, nicht dass die uns noch anspricht. Kommt, wir wechseln die Straßenseite! “
„Was? Dein Kind möchte sich mit Susannes Sohn zum Spielen verabreden? Überleg dir das gut, die redet immer was von Beziehung statt Erziehung. Der Junge tanzt ihr nur auf der Nase rum.“

Unsere Kinder hören dabei brav zu und denken sich ihren Teil. Sie sind schlauer und aufmerksamer als wir meinen.
Aber noch wissen sie nicht, dass wir einfach nur neidisch sind (Neid ist übrigens aus evolutionärer Sicht das “ Ergebnis des Wettstreits um begrenzte Ressourcen“, was ich in manchen Punkte absolut passend finde) , dass wir woanders dazugehören, oder gehört werden wollen und das wir meistens aus diesen Gründen schlecht über andere reden und es uns im Nachhinein, wenn wir wieder allein sind, oft Leid tut.
Natürlich wollen wir nicht, dass unsere Kinder  mal selber so reden. Sowieso wollen wir nur das Beste für sie, genau wie all die anderen Eltern.

Die Lösung: Mehr mit einer positiven Sicht über den Tellerrand schauen und jeden so sein lassen, wie er oder sie ist. Es ist so einfach.
Mädels, lasst uns einander wertschätzen, das Gute im Menschen sehen, weniger übereinander aufregen, das Leben genießen – und somit auch gute Vorbilder für unsere Kinder sein. Damit machen wir die Welt ein kleines Stückchen besser.
Wäre das nicht schön?

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