Zähne, Brei und Co. – vom Winzling zum Wonneproppen

Ich vergleiche nicht großartig. Ich schaue auch nicht alle paar Wochen nach, was mein Baby nun alles können muss (Autorin tut gerne so, als ob Google beim ersten Baby/der ersten Schwangerschaft nicht ihr bester Freund gewesen wäre) . Jedes Baby hat sein eigenes Tempo.
Das denk ich mir also. Konzentriert auf mein gegenwärtiges, süßes Kind. Und dann kommt die harte Realität: im Stilltreff ist sie die Schwerste, in einer anderen Babygruppe die Größte und motorisch schon weiter als sie sein müsste.
Von allen Seiten verwunderte Blicke und Fragen.
„Wie alt ist sie? Erst ein halbes Jahr?“  …“Ein Mädchen? Bei dem Gewicht?“ … „Na, die kommt doch bestimmt auch bald in die Krippe.“
Das sind diese Momente, in denen ich eventuell nicht authentisch wirke, weil ich möglicherweise denke:
„Könnten Sie bitte mal die Klappe halten?“ , aber versucht höflich sage: „Ja, richtig. Auch Mädchen können schwer sein. Haaach, das verwächst sich. Ja, ein halbes Jahr, genau. Nee, Krippe nicht. Ich bleib länger zu Hause. Hmhm, ja, der Papa ist auch groß. Wie groß genau? Hm. Das kann ich ihnen jetzt gerade LEIDER nicht sagen. “
Ich weiß. Es ist ja nicht böse gemeint. Aber Leute. Das ist doch mein minikleines Baby. Das, welches ich gefühlt letzte Woche erst aus mir rausgepresst habe. Das zwei Stunden nach der Geburt, eingepuckt wie ein Inuit-Baby zwischen meinem Mann und mir lag. Mit ihrem perfekten, kleinen Gesicht. Schlafend, wie ein Stein. Wie lang ich sie verliebt angestarrt habe, ich weiß es nicht mehr.
Dennoch; mit ihren zwei Zähnchen beißt sie mich nun wund, den Fingernägeln kann ich regelmäßig anhand diverser Kratznarben an meinem Körper beim wachsen zusehen, der Wickeltisch ist nun unser schlimmster Feind und aus „ich fang mal ganz langsam mit Brei an“ wurde „ich gebe dem Baby alles, was Baby möchte. Also alles.“ Der Löffel ist kein Löffel. Er ist eine Breischleuder (ich bin so froh, dass wir in der Küche in eine gut abwischbare Tapete investiert haben).
Von Schlaf fange ich jetzt nicht an. Auch nicht von Nicht- oder Möchtegern-Schlaf.
Vormittgas, wenn die Große im Kindergarten ist, setze ich mich gern einfach hin und beobachte mein Baby. Denn jetzt, wo dieses intensive erste halbe Jahr vorbei ist, wird es mir wieder mehr und mehr bewusst: die Zeit die wir uns nehmen, ist die Zeit, die uns etwas gibt.
Also genieße ich, so viel ich kann. Momente aufsaugen und konservieren.
Das Kinder glücklich machen, das war mir schon vorher klar. Aber nicht, wie weise man durch sie wird.

Und während ich da so sitze und nachdenke, hat die Kleine bereits ein Duplo-Kunstwerk von Ella zerstört und versucht, eine Buchseite aufzuessen.

Einfach Liebe.

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