Holzherz mit Spruch

Zwischen spuckender Windelpupserin und einer autonomen Dreijährigen- warum ich es liebe, Mama zu sein.

Es ist Sonntag, mein Mann arbeitet heute 12 Stunden. Ich sitze mit den Kindern in meinem Lieblingsraum, unserer Küche. Hier spielt sich zum größten Teil das Leben ab.
“ Ich kann das schon alleine!!“ ,pflaumt Ella mich von der Seite an, als ich ihr einen Schluck Kirschsaft aus der schweren Glasflasche mit der linken Hand einschenken möchte. Gleichzeitig versuche ich Tilda, die mir mittlerweile die Schulter innerhalb von zehn Minuten so oft vollgespuckt hat, dass die Spucke schon drei Schichten Stoff durchweicht hat,  auf meinem rechten Arm zu schunkeln und zu beruhigen. Ich überlasse Ella die Flasche, sie schafft es, dreht sich stolz zu mir, bleibt dabei jedoch mit dem Becher an der Glasflasche hängen, woraufhin sich der Inhalt des Bechers über dem Tisch ausbreitet.  Ich rufe: „Aah!“, oder so ähnlich,  das Baby, was kurz vorm einschlafen war, erschrickt sich und schreit los. Yaih.  Was mache ich in solchen Situationen? Richtig, ich hole erstmal ein Tuch.
Auf dem Weg zum Tuch mache ich Tilda die Dunstabzugshaube an, gehe dann in mich- und freue mich über dieses turbulente Leben.
Denn das wollte ich so, schon lange. Um genau zu sein, seit ich 17 bin, trotz drei (damals nicht ganz unanstrengenden) jüngeren Geschwistern. Glücklicherweise habe ich mir damit dann doch noch ein paar Jahre Zeit gelassen und viele wichtige Erfahrungen gesammelt. Danke, Vergangenheits-Sandra. Du bist gar nicht so uncool wie du damals dachtest.

Ich bin ein Mensch mit vielen Wünschen, Vorstellungen und Plänen im Kopf. Mittlerweile weiß ich, dass einige davon schwer umsetzbar oder nicht vereinbar sind, aber diesen einen großen Wunsch „Familie“ habe ich mir erfüllt.
Das heißt nicht, dass ich mich nie beschwere oder keine Tränen fließen, wenn es einfach mal doof läuft. Negative Gefühle gehören für mich einfach dazu und müssen auch zugelassen werden.
Aber ich bin für jede Sekunde, die meine gesunden Kinder auf dieser Welt sind, dankbar. Ja, sogar dankbar für die umgefallenen Becher, die vollgekackten Windeln, die durchweichten Schlabberklamotten und für alles, was dazugehört. Glaub das ruhig.
Denn auch dies ist nur eine kurze Phase in fast jedem Mama-Leben, auf das wir irgendwann wehmütig zurückblicken. Vermutlich spätestens dann, wenn unsere pubertierenden Kinder in ihrer ersten Beziehungskrise stecken, oder das erste Mal heimlich einen über den Durst getrunken haben. Oder sich für uns schämen, wenn wir uns zufällig in der Disco begegnen.

Ja- und nebenbei bin ich auch noch die Frau, die ich schon vor den Kindern war. Mit all diesen Plänen und Wünschen, die ich mir, manche mit, manche ohne die Kinder, erfülle, oder erfüllen werde.  Und das ist schön.
Danke, Leben.

 

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